Guter-Samariter-Gesetz
First Aid & CPR Ontario
Der barmherzige Samariter: Mitgefühl und Schutz
Die aus der Bibel (Lukas 10,25-37) stammende Parabel vom barmherzigen Samariter erzählt, wie ein halbtot zurückgelassener Reisender von einem Fremden gerettet wird, der ihn versorgt und für ihn sorgt. Über ihren religiösen Kontext hinaus trägt sie eine universelle Botschaft: die moralische Pflicht, anderen in Gefahr aus Mitgefühl und Selbstlosigkeit zu helfen.
Von diesem Grundsatz inspiriert, wurden weltweit zahlreiche Gesetze des barmherzigen Samariters erlassen, die jene vor rechtlicher Verfolgung schützen, die in einem Notfall in gutem Glauben Hilfe leisten. Der genaue Umfang dieses Schutzes ist jedoch von Rechtsordnung zu Rechtsordnung unterschiedlich: Nachfolgend finden Sie, was das für Ihre Region geltende Recht vorsieht.
Ihr Schutz nach dem Gesetz
In Ontario schützt der Good Samaritan Act von 2001 jede Person, die freiwillig und ohne Erwartung einer Vergütung einem Menschen in Not hilft: Sie kann nicht für Schäden aus einfacher Fahrlässigkeit haftbar gemacht werden, einzige Ausnahme ist grobe Fahrlässigkeit. Der Chase McEachern Act von 2007 verstärkt diese Zusicherung, indem er den gutgläubigen Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) ausdrücklich abdeckt. Dieser Schutz erstreckt sich jedoch nicht auf Fachkräfte, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit handeln.
Keine Handlungspflicht, aber jeder Grund zu handeln
In Ontario zwingt das Gesetz niemanden zum Eingreifen: Hilfe zu leisten bleibt eine persönliche Entscheidung, niemals eine rechtliche Pflicht. Doch sobald Sie sich entscheiden, in gutem Glauben zu handeln, steht die Provinz hinter Ihnen, und dieser Schutz reicht bis zum Griff nach einem AED an der Wand. Die einzige Frage, die wirklich bleibt, ist, ob Sie wissen werden, was zu tun ist.
Warum Ausbildung unerlässlich ist
Bei einem Herzstillstand sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute ohne Wiederbelebung um rund 10 Prozent. Die Rettungskräfte in Ontario leisten Bemerkenswertes, doch sie können nicht überall zugleich sein: Es ist der Ersthelfer vor Ort, der das erste Glied der Rettungskette bildet. Wer Wiederbelebung und den Umgang mit einem AED erlernt, verwandelt diese entscheidenden Minuten in lebensrettendes Handeln, statt sie im Warten verstreichen zu lassen. Der Mensch, den Sie retten, kann ein Angehöriger sein, ein Kollege oder ein Fremder, den Sie gerade rechtzeitig erreichen.